1944 – 2026

Elisabeth Wicki-Endriss.

Schauspielerin, Regisseurin, Autorin – und die Gründerin des Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds sowie Initiatorin des Friedenspreises des Deutschen Films – Die Brücke.

Biografie

Leben, Werk und Vermächtnis.

Geboren als Elisabeth Roswitha Oettl am 2. Juli 1944 in Eger im Sudetenland (heute Cheb, Tschechien), prägte Elisabeth Wicki-Endriss als Schauspielerin, Regisseurin und Autorin das kulturelle Gedächtnis Deutschlands – und bewahrte das Erbe von Bernhard Wicki.

Als Schauspielerkind wuchs sie hinter der Bühne und vor der Kamera auf. Bereits mit vier Jahren stand sie für den Film „Der Brandnerkaspar schaut ins Paradies“ (1948) vor der Kamera. Nach ihrer Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München arbeitete sie vor allem am Theater, drehte aber auch zahlreiche Kino- und Fernsehfilme.

1977 lernte sie Bernhard Wicki kennen und wirkte in seinen Filmen „Sansibar oder der letzte Grund“ und „Das Spinnennetz“ mit. Nach dem Tod von Wickis langjähriger Ehefrau Agnes Fink heirateten sie 1995. In den Jahren seiner schweren Erkrankung pflegte sie ihn selbst und setzte dafür ihre eigene künstlerische Arbeit zurück.

Die Idee zum Friedenspreis kam ihr in der Trauerzeit nach Wickis Tod, als ihr Blick auf eine Urkunde der Vereinten Nationen fiel, mit der Wicki einst für seine Verdienste um den Frieden geehrt worden war. 2002 rief sie den „Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke“ ins Leben.

Porträt von Elisabeth Wicki-Endriss
Elisabeth Wicki-Endriss (1944–2026)
Stationen

Wichtige Etappen ihres Lebens.

  1. 1944
    Geboren als Elisabeth Roswitha Oettl am 2. Juli in Eger im Sudetenland (heute Cheb, Tschechien).
  2. 1948
    Erste Filmrolle mit vier Jahren in „Der Brandnerkaspar schaut ins Paradies“.
  3. 1977
    Begegnung mit Bernhard Wicki; Mitwirkung in „Sansibar oder der letzte Grund“.
  4. 1995
    Heirat mit Bernhard Wicki nach dem Tod seiner langjährigen Ehefrau Agnes Fink.
  5. 2000
    Bernhard Wicki stirbt am 5. Januar in München. Elisabeth pflegte ihn in den Jahren seiner schweren Erkrankung.
  6. 2001
    Gründung des Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds e.V. in München.
  7. 2002
    Erste Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Films – Die Brücke.
  8. 2007
    Dokumentarfilm „Verstörung – und eine Art von Poesie“ über Leben und Werk Bernhard Wickis.
  9. 2009
    Veröffentlichung der Biografie „Bernhard Wicki: Leben mit einem Filmgenie“. Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.
  10. 2019
    One-Future-Ehrenpreis der Interfilm-Akademie und Europamedaille der Bayerischen Staatskanzlei.
  11. 2026
    Verstorben am 16. Juli 2026 in München im Alter von 82 Jahren.
Werke

Wickis Vermächtnis bewahrt.

In drei eigenen Werken hat Elisabeth Wicki-Endriss das Leben und Werk von Bernhard Wicki dokumentiert und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

2007
Dokumentarfilm

Verstörung – und eine Art von Poesie

Ein intimes Porträt über Bernhard Wickis Leben, seine Kunst und sein politisches Engagement. Der Film eröffnete 2007 das Filmfest München.

2007
Verstörung – und eine Art von Poesie

Die Filmlegende Bernhard Wicki

Ein reich bebilderter Begleitband, der Werk, Biografie und Filmstillleben miteinander verwebt.

2009
Biografie

Bernhard Wicki: Leben mit einem Filmgenie

Eine persönliche Erinnerung an die gemeinsame Zeit, die Liebe und die ungewöhnliche Dreiecksbeziehung mit Bernhard Wicki und Agnes Fink.

Auszeichnungen

Anerkennung für Engagement und Kunst.

Für ihr gesellschaftliches Engagement und ihre künstlerische Arbeit wurde Elisabeth Wicki-Endriss mehrfach geehrt:

  • Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland (2009)
  • One-Future-Ehrenpreis der Interfilm-Akademie für ihr Lebenswerk als Schauspielerin, Bewahrerin von Wickis Filmerbe und Initiatorin des Friedenspreises (2019)
  • Europamedaille der Bayerischen Staatskanzlei (2019)
Impressionen

Bilder aus dem Leben.

Eine Auswahl an Fotografien, die Elisabeth Wicki-Endriss im Laufe ihres Lebens und ihrer Arbeit zeigen – ergänzbar mit weiteren Bildern aus dem Archiv.

Porträt von Elisabeth Wicki-Endriss
Elisabeth Wicki-Endriss mit Bernhard Wicki

Fotos: Archiv Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds

„Es geht um Haltung. Bernhard hat seine Filme als Akte der Zivilcourage verstanden. Diese Haltung dürfen wir nicht verlieren."
– Elisabeth Wicki-Endriss